The Emperor of All Maladies, Polish Pavilion; Venice Biennale
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In the face of rising xenophobia, Islamophobia, and increasingly restrictive migration policies across Europe, Zuzanna Czebatul’s The Emperor of All Maladies offers a speculative portrait of Poland as a cultural and political mediator between East and West, presenting the country as “in-between”, both victim and participant in geo-strategic and cultural exchange.
The project consists of an outdoor architectural intervention and an indoor textile-based environment. Together, they stage national representation as a series of façades, juxtaposing monumentality with mobility, heritage with displacement–resulting in a visual reflection on the uncertainty of empires and the evolving meanings of borders and belonging.
Czebatul, born in Poland and raised in Germany after the fall of the Iron Curtain, spent formative years in a precarious legal limbo–living without permanent residency and under the recurring threat of deportation. These experiences of enforced transience and bureaucratic exclusion have instilled a dislocated sense of belonging that continues to shape her perspective as an artist and dual citizen.
The Polish Pavilion, designed by Brenno Del Giudice, does not display overt national motifs, being part of a shared complex with other countries. During the Biennale, however, its façade will be partially concealed by a mimicry of the Market Gate of Miletus–a Roman structure originally built in present-day Turkey and housed in Berlin’s Pergamon Museum. Czebatul’s gate interrogates museological narratives of Western “civilization” and highlights Poland’s shifting role as both conduit and barrier to the East: from a Christian bulwark to today’s EU security frontier.
Angesichts zunehmender Xenophobie, Islamfeindlichkeit und immer restriktiverer Migrationspolitiken in Europa bietet Zuzanna Czebatuls The Emperor of All Maladies ein spekulatives Porträt Polens als kulturelle und politische Vermittlerin zwischen Ost und West und stellt das Land als „dazwischen“ dar – zugleich Opfer und Beteiligte geostrategischer und kultureller Austauschprozesse.
Das Projekt besteht aus einer architektonischen Intervention im Außenraum und einer textilbasierten Umgebung im Innenraum. Zusammen inszenieren sie nationale Repräsentation als eine Abfolge von Fassaden und stellen Monumentalität Mobilität sowie Erbe Verdrängung gegenüber – was zu einer visuellen Reflexion über die Unsicherheit von Imperien und die sich wandelnden Bedeutungen von Grenzen und Zugehörigkeit führt.
Czebatul, in Polen geboren und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in Deutschland aufgewachsen, verbrachte prägende Jahre in einem prekären rechtlichen Schwebezustand – lebte ohne dauerhafte Aufenthaltserlaubnis und unter der wiederkehrenden Androhung der Abschiebung. Diese Erfahrungen erzwungener Transienz und bürokratischer Ausgrenzung haben ein entortetes Zugehörigkeitsgefühl hervorgebracht, das ihre Perspektive als Künstlerin und Doppelstaatsbürgerin weiterhin prägt.
Der Polnische Pavillon, entworfen von Brenno Del Giudice, zeigt keine eindeutigen nationalen Motive, da er Teil eines gemeinsam genutzten Komplexes mit anderen Ländern ist. Während der Biennale wird seine Fassade jedoch teilweise durch eine Nachahmung des Markttors von Milet verdeckt – einer römischen Struktur, die ursprünglich im heutigen Gebiet der Türkei errichtet wurde und sich heute im Berliner Pergamonmuseum befindet. Czebatuls Tor hinterfragt museologische Narrative westlicher „Zivilisation“ und hebt Polens sich verändernde Rolle als sowohl Durchgang als auch Barriere zum Osten hervor: von einem christlichen Bollwerk zur heutigen Sicherheitsgrenze der Europäischen Union.