Des Wahnsinns Schöner Kinder
Installation View, 2020
Des Wahnsinns Schöner Kinder
Installation View, 2020
Des Wahnsinns Schöner Kinder
Installation View, 2020
Des Wahnsinns Schöner Kinder
Installation View, 2020
Des Wahnsinns Schöner Kinder, Parasites, PiK Deutz Cologne
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The work Des Wahnsinns schöne Kinder by Zuzanna Czebatul, which covers the entire floor of the space, depicts a group of nine demonic figures pulling at a cloth bearing the deep red inscription “EGO,” tugging at it and striking it with clubs. The scene forms a repeating pattern that extends as a design across the 300-square-meter floor surface.
In its composition and draftsmanship, the image draws on Martin Schongauer’s engraving The Temptation of Saint Anthony (c. 1470). Much like the centrally positioned figure in the Christian depiction, the cloth is unable to defend or protect itself, yet is simultaneously represented as untouched within an iconographic idealization. This tension reveals the structures and aesthetics of power embedded in political ideologies—central to Czebatul’s practice.
A collective ego occupies space while simultaneously being besieged, tormented, and impaired—not least by the developments of current social and pandemic crises. The reference to the engraving also invokes fundamental Christian value systems, offering an analogy to a world that has spun out of control and creating a global macro-perspective.
The rhythmic repetition, arrangement, and rotation of the rosette around its own axis extend the exhibition hall outward, breaking spatial boundaries and expanding them conceptually. The other works in the exhibition are influenced by this expansive floor piece and seem to occupy and encroach upon the carpet-like surface.
German
Die den gesamten Boden des Raumes bedeckende Arbeit Des Wahnsinns schöne Kinder der Künstlerin Zuzanna Czebatul zeigt eine Figurengruppe aus 9 dämonischen Wesen, die an einem Tuch mit der tiefroten Aufschrift EGO ziehen, zerren, mit Knüppeln auf es einschlagen. Die Szene bildet einen Rapport, der als Dessinierung die 300 Quadratmeter-große Bodenfläche überzieht. Das Bildelement lehnt sich kompositorisch und zeichnerisch an Martin Schongauers Kupferstich Der heilige Antonius, von Dämonen geplagt (ca 1470) an. Wie auch der, in der christlichen Darstellung zentral platzierte Mann, kann sich das Tuch nicht wehren oder schützen und wird gleichzeitig in ikonografischer Verklärtheit unversehrt abgebildet. Dieses Spannungsverhältnis zeigt die in politische Ideologien eingebetteten Strukturen und Ästhetiken der Macht auf, die Kern von Czebatuls Arbeit sind.
Ein kollektives Ego nimmt Raum ein und wird gleichsam belagert, gepeinigt, beeinträchtigt, nicht zuletzt durch die Entwicklungen der gegenwärtigen gesellschaftlichen und pandemischen Krise. Auch die durch das Aufgreifen des Kupferstichs thematisierten christlich fundamentalen Wertesysteme bieten eine Analogie zu der aus den Ufern geratenen Welt und erschaffen eine weltumspannende Makroperspektive. Die rythmische Wiederholung, Anordnung und Drehung der Rosette um die eigene Achse erweitert die Ausstellungshalle nach außen, sprengt räumliche Begrenzungen und dehnt sie gedanklich aus. Die weiteren Arbeiten der Ausstellung werden von der raumgreifenden Bodenarbeit beeinflusst und belagern, besetzten gleichsam den Teppich.
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