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Installation View, 2026
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Nothing Vast Without a Curse, sans titre, Paris
Duo show by Zuzanna Czebatul and Mel Odom
Scroll Down for German
Fashion is a dream haunted by dresses.
Christian Dior
What could be sexier, more romantic, dreamier than to be possessed, hunted, haunted by fashion’s undying spectre? The child in me would surely give up the ghost, elated at the mere thought of an avalanche of fabric engulfing my limbs. However, here it is worth remembering the age-old adage be careful what you wish for. If this comes across as too didactic, too much of a buzzkill for our thrill-seeking Prozac-happy present, there is always Sophocles. Nothing like a bit of Greek tragedy, the wrath of the gods and histories repeating themselves ad nauseum to burst through the vapid commercial bubble. When in doubt, ask yourself, what would the Greeks do? In Antigone, the greatest tragedian of them all provides a moral lesson on the consequences of sacrificing wisdom at the altar of power. If we are to separate knowledge from power, then indeed nothing vast enters the life of mortals without a curse. Like a frock without a body, what we are left with is a constellation of flattened images, outer shells that lead nowhere other than to a vast inner emptiness. Is it time to stop being a basic bitch and grow a pair? Paired together, Zuzanna Czebatul and Mel Odom unpack the burgeoning aesthetics of power and the strategies of appropriation that images are subjected to. Faced with the constant collapse of meaning, no wonder we’re all fighting chronic fatigue. The artists’ work may well be tinged with melancholy, or even perversely inclined to tragedy, but it is exactly through their disavowal of empty laughter and posturing that the drawings, sculptures and fashion cohabiting at sans titre open up spaces where desire, longing and a critical acumen can flourish.
Excerpt from the text by Anya Harrison
German
Mode ist ein Traum, der von Kleidern heimgesucht wird.
Christian Dior
Was könnte verführerischer, romantischer oder traumhafter sein, als von dem unsterblichen Gespenst der Mode besessen, gejagt und heimgesucht zu werden? Das Kind in mir würde bereitwillig seinen Geist aufgeben, allein bei dem Gedanken an eine Lawine aus Stoffen, die meine Glieder verschlingt. Doch hier lohnt es sich, an das alte Sprichwort zu erinnern: Sei vorsichtig mit deinen Wünschen.
Falls das zu belehrend oder zu sehr als Spielverderber für unsere nach Nervenkitzel suchende, Prozac-glückliche Gegenwart erscheinen mag, gibt es immer noch Sophokles. Nichts durchstößt die hohle kommerzielle Blase so wirkungsvoll wie ein wenig griechische Tragödie, der Zorn der Götter und die sich bis zum Überdruss wiederholende Geschichte. Im Zweifel sollte man sich fragen: Was würden die Griechen tun?
In Antigone vermittelt der größte aller Tragödiendichter eine moralische Lehre über die Folgen, Weisheit der Macht zu opfern. Wenn wir Wissen von Macht trennen, dann gilt tatsächlich: Nichts Großes tritt in das Leben der Sterblichen ohne einen Fluch. Wie ein Kleid ohne Körper bleibt uns dann lediglich eine Konstellation abgeflachter Bilder zurück – äußere Hüllen, die nirgendwohin führen außer zu einer gewaltigen inneren Leere.
Ist es an der Zeit, aufzuhören, eine „Basic Bitch“ zu sein, und endlich Rückgrat zu zeigen? Gemeinsam untersuchen Zuzanna Czebatul und Mel Odom die aufkommende Ästhetik der Macht sowie die Strategien der Aneignung, denen Bilder unterworfen werden. Angesichts des ständigen Zusammenbruchs von Bedeutung überrascht es kaum, dass wir alle gegen chronische Erschöpfung ankämpfen.
Die Arbeiten der Künstler*innen mögen von Melancholie durchzogen oder sogar auf eigentümliche Weise der Tragödie zugeneigt sein. Doch gerade durch ihre Absage an leeres Lachen und bloße Pose eröffnen die Zeichnungen, Skulpturen und Modearbeiten, die bei sans titre zusammenfinden, Räume, in denen Begehren, Sehnsucht und kritische Urteilskraft gedeihen können.
Auszug aus einem Text von Anya Harrison